Von Sérgio Carvalho, Mitbegründer von Ra-Ro · Profil ansehen
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Das Smartphone hätte den Papierkalendern längst den Garaus machen müssen. Es hat einen Kalender, Erinnerungen, Wecker, es synchronisiert sich mit allem. Und doch gibt es die Kalender noch. Hartnäckig. Dieser hier hat einen Grund mehr zu bleiben: Er steckt in einer Hirtendecke.
Der Kalender im Cobertor de Papa ist ein Papierkalender mit Einband aus Cobertor de Papa, der traditionellen Wolldecke aus dem Hochland von Guarda in der Beira Alta, gefertigt in der Werkstatt O Genuíno Cobertor de Papa, gegründet von Céu Reis, in der ihre Mutter Rosa Baía mit 91 Jahren noch immer Decken webt.
Was ist der Cobertor de Papa
Der Cobertor de Papa ist eine Decke aus naturbelassener Wolle, dick und dicht gewebt, schwer, wasserabweisend, warm und langflorig. Mit Schichten solcher Decken hielten die Hirten von Guarda und ihre Familien der schneidenden Kälte des Hochlands stand, lange vor elektrischen Heizungen und Kunstfasern.
Auf dem Einband dieses Kalenders leistet die Wolle dieselbe Arbeit wie immer. Sie umhüllt. Die Tage werden in Wolle gewickelt und riechen ein wenig nach Wind, ein wenig nach Feld, ein wenig nach einem Abend am Kamin.

Das hat eine gewisse Ironie. Derselbe Stoff, der Hirten vor der Kälte der Berge schützte, schützt jetzt Wochen, Besprechungen, Geburtstage und Einkaufszettel. Der Inhalt ändert sich, die Fürsorge bleibt. Und die Wolle lässt sich nicht vergessen: Sie liegt schwer in der Hand, hat Textur, verlangt eine langsamere Geste, wenn man den Kalender öffnet.
Jeder Einband ist ein Stück handgewebte Decke, deshalb ist jeder Kalender anders. Darum stuft ihn der Ra-Ro-Index als Einzigartig ein.
Der menschliche Faktor
Céu Reis arbeitete 28 Jahre in der letzten Fabrik der Region. Als sie schloss, hätte sie ihr Leben ändern können. Sie gründete einen Verein und eine Werkstatt. Ihr Bruder und Freunde kamen, um mit ihr zu arbeiten. Und ihre Mutter, Rosa Baía, hat nie aufgehört: Mit 11 Jahren begann sie, Decken zu weben, und ihre Laufbahn als Weberin umfasst inzwischen acht Jahrzehnte.
Acht Jahrzehnte. Es ist schwer, das zu lesen, ohne das eigene Leben nachzurechnen.
Ein Handwerk fortzuführen, wenn die Fabrik schließt, ist eine Entscheidung, mit Freiheit und Verantwortung, die zusammen kommen. Céu Reis hat sich entschieden zu bleiben und zu machen. Den Cobertor de Papa gibt es noch, weil es Menschen gab, die beschlossen, ihn nicht enden zu lassen.

Ein besseres Erlebnis
Ein Kalender im Cobertor de Papa öffnet sich nicht lautlos auf einem Bildschirm. Man legt ihn auf den Tisch, spürt die Wolle, schreibt von Hand. Es ist eine andere Art, seine Zeit zu ordnen, langsamer und, so vermute ich, ehrlicher. Was man von Hand schreibt, bleibt meist auch im Kopf geschrieben.
Warum überlebt ein Papierkalender das Smartphone? Vielleicht aus Nostalgie. Oder vielleicht, weil uns das Schreiben von Hand noch immer zwingt zu entscheiden, was es verdient, dort zu stehen. Das ist die Frage, die man sich stellen kann.
Das Smartphone erinnert uns an die Dinge. Der Kalender erinnert uns an die Menschen, die ihn gemacht haben. Mein Rat ist einfach: Beginnen Sie die nächste Woche mit der Hand auf der Wolle.

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Einzigartig
Kalender im Cobertor de Papa, von O Genuíno Cobertor de Papa
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Was ist der Cobertor de Papa?
Eine traditionelle Decke aus naturbelassener Wolle aus Guarda in der Beira Alta, dick und dicht gewebt, warm und langflorig. Die Hirten nutzten sie, um der Kälte des Hochlands zu trotzen.
Wer fertigt den Kalender im Cobertor de Papa?
Die Werkstatt O Genuíno Cobertor de Papa, gegründet von Céu Reis, in der ihr Bruder, Freunde und ihre Mutter Rosa Baía arbeiten, die seit ihrem 11. Lebensjahr Decken webt.
Warum hat der Kalender einen Einband aus Wolle?
Der Einband ist aus Cobertor de Papa gefertigt, derselben traditionellen Decke der Hirten von Guarda, was jeden Kalender zu einem Unikat macht.
Warum ist dieser Kalender so selten?
Der Cobertor de Papa entsteht durch sehr wenige Hände. Die Werkstatt von Céu Reis wurde nach der Schließung der letzten Fabrik der Region gegründet und hält eine bedrohte Webkunst am Leben.

