Von Tiago Reis, Mitbegründer von Ra-Ro · Profil ansehen
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Manche Objekte versteht man mit den Augen, andere nur mit der Nase. Ein Maronenröster gehört zu den zweiten. Man muss ihn sich nur auf dem Feuer vorstellen, an einem Novemberabend, mit Freunden ringsum, um zu verstehen, warum er mir nicht aus dem Kopf ging.
Der Maronenröster ist ein Röster aus schwarzem Ton, von Hand gefertigt von César Teixeira und seinem Sohn João in Gondar im Kreis Amarante im Minho und in der Soenga gebrannt, dem Brand unter freiem Himmel, der dem Ton seine dunkle Farbe gibt.
Was ist die Soenga?
Die Soenga ist ein Tonbrand unter freiem Himmel, in einer Grube, bei dem die Flammen etwa 1000 °C erreichen und der schwarze Rauch in die Stücke eindringt. Erfunden haben sollen ihn die Kunsthandwerker von Gondar zu Beginn des 17. Jahrhunderts. Gewöhnlicher Ton wird gebrannt. Der schwarze Ton von Gondar, sagt man dort, wird geschmiedet.
Dieser Teil fasziniert mich. Das Schwarz ist keine Farbe, es ist Rauch, der im Ton gefangen blieb. Und genau deshalb gleicht kein Stück dem anderen.

Wer ihn macht
César Teixeira und sein Sohn João gehören zu den letzten Menschen, die noch Soenga betreiben. Es ist schwer, diesen Satz zu schreiben, ohne einen Stich zu spüren. Eine Technik mit mehr als vier Jahrhunderten hängt heute, in der Praxis, von einer Familie aus Gondar ab.
Und doch ist das, was sie machen, kein Museumsstück. Es ist ein Röster zum Benutzen. Gebrauchsgegenstand und Dekoration, ganz nach dem Geschmack dessen, der ihn mit nach Hause nimmt. Das gefällt mir wirklich: Die Tradition bleibt nicht in einer Vitrine, sie kommt aufs Feuer.

Niedrige Töpferscheibe, Feuer und Geduld
Der schwarze Ton von Gondar entsteht nicht nur im Feuer. Vor der Soenga kommt die Form, von Hand modelliert, mit Zeit, von jemandem, der die Technik in Gondar gelernt hat. César Teixeira und João machen das in dem Dorf, in dem die Technik schon immer zu Hause war. Diese Kontinuität, vom Vater zum Sohn, berührt mich mehr als jede Zahl.
Der Röster besteht aus mehreren Teilen, wie man auf den Fotos sieht. Deckel, Korpus, Boden. Jeder aus demselben Feuer, jeder mit seinem eigenen Schwarzton, hier etwas matter, dort etwas tiefer. Niemand kann das ganz kontrollieren. Und das ist gut so.
Es gibt einen Satz, der in Gondar immer wieder fällt und der mir geblieben ist: Gewöhnlicher Ton wird gebrannt, schwarzer Ton wird geschmiedet. Ich weiß nicht, ob er genau ist. Ich weiß, dass er wahr ist, wenn man eines dieser Stücke in der Hand hält.
Wofür ist er eigentlich da?
Um Maronen zu rösten, natürlich. Aber auch für das, was mit ihnen kommt: der Tisch, die Freunde, das Gespräch, das sich in die Länge zieht, das Leben, wenn die Sonne untergeht. Es ist das richtige Objekt für den Herbst.
Wenn das nächste Mal jemand Maronen mitbringt, lohnt es sich, daran zu denken, woher dieses Schwarz kommt. Es kommt aus dem Feuer von Gondar und aus den Händen derer, die es noch zu entfachen wissen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Maronenröster aus schwarzem Ton?
Ein von Hand gefertigter Maronenröster aus schwarzem Ton aus Gondar, Amarante, in der Soenga gebrannt. Er kann zum Rösten von Maronen oder als Dekorationsstück verwendet werden.
Wer fertigt dieses Stück?
César Teixeira und sein Sohn João in Gondar im Minho. Sie gehören zu den letzten Kunsthandwerkern, die noch die Soenga betreiben.
Was ist die Soenga?
Ein Tonbrand unter freiem Himmel in einer Grube, bei dem das Feuer etwa 1000 °C erreicht und der schwarze Rauch in die Stücke eindringt und ihnen ihre dunkle Farbe gibt.
Warum ist der Ton schwarz?
Die Farbe stammt vom Rauch der Soenga, der während des Brandes im Ton gefangen bleibt. Es ist weder Farbe noch Glasur.
Warum ist es ein seltenes Stück?
Die Soenga hängt heute von sehr wenigen Händen ab, und jeder Brand ist anders, deshalb gleicht kein Stück dem anderen.

